Tiere für die Show

Stellvertretend für all die Tiere die tagtäglich hart arbeiten und Menschen bespaßen müssen, zeige ich jetzt zwei aus der Truppe für die Show “Medinat Al Zahra” in Sousse.

Zur rabiaten, verrosteten Zäumung eines Hengstes habe ich mich ja schon geäußert. Aber auch den anderen geht es nicht viel besser. Vieles liegt auch an den Reitern. KEINEN davon würde ich auch nur in Shamans Nähe lassen! Sie plumpsen den armen Arabern in den Rücken, rammen die Fersen in Bäuche und reißen so brutal an den Kandaren, dass ich nicht mehr hinschauen konnte 😦 Hätten wir das vorher geahnt, wären wir nicht gefahren. Der hübsche Schimmel schaut auf den ersten Blick gut aus, er ist nicht klapprig dünn und scheint gepflegt. Auf den zweiten Blick sieht s da schon anders aus… Man erkennt am linken Karpalgelenk (“Knie”) eine Beule (die auch anderswo zu finden waren…), dazu tränten beide Augen und hatten entzündete Stellen rund rum…Völlig lethargisch stand er da, auch später in der Show hat er zwar sein Programm abgespult, allerdings völlig teilnahmslos…

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Besonders schlimm fand ich den Anblick des Großesels..sein Blick ging mitten ins Herz und ich könnt jetzt schon wieder weinen…Während der Park geöffnet ist, zeigt er den Besuchern wie der Brunnen funktioniert und zieht was das Zeug hält. In der Show taucht er nur kurz auf. Er hat eine sehr tiefe, lange Narbe die man deutlich sieht, die Hufe sind vorne völlig ausgebrochen und kaputt… Am liebsten hätt ich ihn sofort eingepackt…

Mein Fazit: Bitte macht keinen Ausflug zu dieser Show – oder sammelt dort Fotobeweise und bombardiert auch die Reiseveranstalter damit…Sowas muss ein Ende haben…

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Hammamet querbeet

Hammamet-Yasmine ist wirklich schön. Die Medina ist klein, aber schick. Ich hab mich wohl gefühlt. Auf dem Weg nach draußen sind wir an der Schlangenshow vorbei gekommen. Also schnell ins Cafe davor gesetzt und zugeschaut. War wirklich gut. Er hat viel erklärt. Die drei Grazien auf dem Boden sind kreuzgefährlich. Und haben ihn wohl schon einmal gebissen..die andere verursacht zwar einen schmerzhaften Biss, aber ist nicht tödlich. Der Leguan (oder was auch immer 😉 ) war toll, da musste ich dichter ran. Als er die kleinen, ungefährlichen Schlangen geholt hat und so tat als würde er sie in die Menge werfen wollen, musste ich kurz mal los lachen – eine hatte sich in seiner Hose verbissen 😉 Der Yachthafen ist auch mindestens einen Besuch wert. Nicht zu groß, nicht zu klein, schön angelegt mit vielen Cafes und kleinen Geschäften zum Flanieren 🙂 Leider hat meine Kamera da den Dienst versagt und auf den Bildern ist kaum etwas zu erkennen. Vielleicht schaff ich s noch sie zu bearbeiten. Hier noch ein Video, am Ende gibt s einen Kuss für die Kobra… Sie haben ihn die ganze Zeit über fixiert und mehrfach versucht ihn zu beißen..auch auf die anderen Schlangen wollten sie los gehen…

Medinat Al Zahra

In Sousse wurde vor einigen Jahren eine Kasbah nachgebaut – eine traumhafte Kulisse für die Licht- und Tonshow, die die Geschichte Tunesiens wieder gibt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mad%C4%ABnat_az-zahr%C4%81%CA%BE

Die Show selbst fanden wir leider zum Gähnen…Wir kannten vieles schon, teilweise konnte man den schnellen Wechseln in der Erzählung auch nicht richtig folgen und die angepriesenen Araber waren kaum zu sehen und taten mir unendlich leid (mehr dazu im nächsten Teil). Von der Anlage aus hat man einen tollen Blick über das Hinterland, vor der Show kann man sich in Ruhe den kleinen Park anschauen, Fotos mit den Tieren machen oder sich die nachgestellte Hochzeit samt Fantasiavorführung anschauen. Dann geht s in eines der Restaurants.

Das Essen im Restaurant war sowas von lecker! Ein tolles 4-Gänge-Menü. Die Kellner waren super aufmerksam und schnell, sie haben sich ihr Trinkgeld in jedem Fall verdient. Dazu gab es zum Abschluss jedes Ganges einen weiteren Teil der Folkloreshow. Die Bühne war in der Mitte von zwei Sälen aufgebaut. Die Damen haben fantastisch getanzt, die Live-Musik dazu war ebenso spitze. Da konnte auch der kleine Stromausfall der guten Stimmung keinen Abbruch tun 😀

Hier ein paar Eindrücke 🙂

Sidi Bou Said

Teil I heute, morgen wahrscheinlich die anderen Bilder. Je nach dem wie oft mein Bildbearbeitungsprogramm noch abstürzen möchte 😉 Sidi Bou Said – die blaue Stadt. Wunderschön, klein, malerisch. Der Bazar gefällt mir sehr gut. Wer da ist auch unbedingt einen frisch gepressten Saft (3,5 Dinar) im Cafe schlürfen (bevor es zur Villa hochgeht). Es war sehr schwül an dem Tag, leider konnte man nicht so weit sehen. Schön war es trotzdem ❤

Fantasia-Hengst

Ein Bild von einem Hengst… ich tippe auf Berber. Jeden Tag bespaßt er die Besucher der “Medinat Al Zahra” in Sousse mit diversen Kunststücken als Abspann einer nachgestellten Hochzeit. Der Hengst ist fantastisch – sein Reiter nicht… Ebenso die brutal scharfe Zäumung, komplett verrostet und scharfkantig. Er stand permanent mit vor Schmerz offenem Maul da (war am Zügel angebunden..!!!…). Es wird noch einen kompletten Beitrag zur Show geben. Heute gibt es nur ihn – stellvertretend für all die schwer arbeitenden Tiere in Urlaubsländern…

FantasiaHengst

Reiten in Hammamet

Reiten5

Wie immer in Tunesien waren wir auch dieses Mal reiten. Über die Kutschfahrer vor unserem Hotel haben wir Amir kennen gelernt. Er stammt aus Sousse, wohnt mit seiner Familie aber in Hammamet und arbeitet seit geraumer Zeit als Kutschfahrer und Reitbegleiter in einem kleinen Stall. Sein Bruder ist mit einer Deutschen verheiratet, daher spricht er sehr gut Deutsch 😀

Nur eine handvoll Pferde stehen dort in der Nähe des Strandes in geräumigen Boxen. Alle mit Stroh eingestreut. Sie sind gut gepflegt und werden ebenso versorgt. Zweimal täglich gibt es Heu und Hafer. Getränkt werden sie 2 – 3 Mal am Tag. Wenn es zu heiß ist werden sie nicht geritten bzw. gefahren, dann wird alles auf früh morgens oder spät am Abend verlegt. Für Einsteiger gibt es auch einen Round-Pen wo sie erst mal im Schnelldurchlauf lernen können wie es sich auf einem Pferd anfühlt 😉 Bei Bedarf kann man auch gute, gebrauchte Reithosen usw. ausleihen. Die Pferde müssen laufen um ihr Geld zu verdienen, aber es wird auf sie geachtet und ich konnte zum Glück nicht feststellen dass sie geschlagen oder schlecht behandelt wurden. Immer wieder wurden Sattelzeug und Co. kontrolliert, nach dem Galopp am Strand bekamen sie erst mal eine Verschnaufpause, Zahra gönnte sich ein Sandbad und dann ging s im Schritt zurück zum Stall.

Für Einsteiger gibt es dort ebenso das richtige Pferd wie für alle die es gerne flott mögen. Mutti bekam zuerst Soultaine (Hengst, 11 Jahre) zugeteilt, ich Zahra (Stute, 8 Jahre, seit 3 Wochen da). Die Trensen waren top, die Sättel aus Deutschland schon etwas abgenutzter. Bei den Steigbügeln…oh je… 😉 Jeder hatte je einen guten und einen mit ohne alles am Sattel 😉 Der erste Trab hat mich dementsprechend total aus dem Konzept gebracht 😉 Kurz vor der Pause ist Amir auf Zahra und allein eine Runde gedreht damit sie nicht zu heiß wird, dann bin ich auf Soultaine mit ihm zusammen galoppiert. Was für einen gewaltigen Galoppsprung er hat! Der Strandabschnitt war nicht unbedingt ideal zum Reiten, aber die Pferde sind sehr sicher gelaufen und waren auch danach kaum aus der Puste. Zwischendurch haben wir immer wieder Fotos gemacht und geblödelt. Mir hat der Hengst sehr gut gefallen. Sehr brav, total schick (auch wenn er vom Gebäude sehr benachteiligt war), hat sich sehr gut lenken lassen. Mutti fand Zahra besser, sie hat sich sehr wohl mit ihr gefühlt. Die Pferde werden dort anders geritten als hier, leider oft auch viel härter angefasst. Beide Pferde haben sich trotzdem leicht lenken lassen. Einmal Zügel leicht links, rechts auf die Schulter und ein “Jirrrrr” reichte um sie in Trab oder Galopp fallen zu lassen. Bei “Ssssss” wurden sie sofort langsamer. Wenn wir noch mal da sind, gehen wir dort wieder reiten 🙂 Das Aufsteigen war für mich aber echt eine Herausforderung… gerade der Hengst war doch deutlich größer als Shaman und mein linkes Bein versagt ja regelmäßig den Dienst… aber mit etwas Hilfe geht alles 😀

Sehr süß fand ich auch wie der junge Bursche mit den Pferden umgegangen ist. Er hat ja immer versucht den Macho raushängen zu lassen – aber so bald er sich unbeobachtet gefühlt hat, gab es Küsschen und Streicheleinheiten für die Pferde 😉

PS mal so am Rande – ein gerittener Araber mit Papieren kostet in Tunesien ab umgerechnet 600 Euro 😉

Hier ein kleines Video 🙂