Gesund fĂŒttern – BARF

Das Thema kann gar nicht oft genug “auf den Tisch ” kommen 😀

Was ist BARF?

Biologisches Artgerechtes Rohes Futter – die natĂŒrlichste Form der FĂŒtterung. Fleisch in Kombination mit GemĂŒse/ KrĂ€utern/ Ölen/ FrĂŒchten wird meist roh, aber auch gekocht verfĂŒttert. Hunde sind keine reinen Fleischfresser, sie benötigen neben dem Fleisch vor allem KrĂ€uter und GemĂŒse (Ballaststoffe) fĂŒr ihre Verdauung. Katzen dagegen sind reine Beutefresser und benötigen zum Fleisch etc. noch Taurin, da sie dieses nicht selbst bilden können. Das ideale VerhĂ€ltnis beim Hund von Fleisch zu GemĂŒse liegt bei 70/30, bei einem 5 kg schweren Hund wĂ€ren das bei 3% FĂŒtterungsempfehlung vom Körpergewicht 70 g Fleisch und 30 g GemĂŒse am Tag. Je nach AktivitĂ€t und Alter des Hundes muss mehr bzw. weniger gefĂŒttert werden. Einen super BARF-Rechner findet ihr bei Haustierkost.

Warum sollte ich auf s BARFen umstellen?

Wusstet ihr das Hunde Sodbrennen (Hund ĂŒbergibt sich schaumig) und sogar MigrĂ€ne bekommen können? Von HD, Diabetes, Nierenleiden, Allergien, LebensmittelunvertrĂ€glichkeiten und Übergewicht mal ganz zu schweigen. Trockenfutter schneidet im Schnitt immer noch schlechter als Nassfutter ab, noch weniger Fleisch, noch mehr kĂŒnstliche FĂŒllstoffe. Im Nassfutter wird oft mit Wasser getrickst, gerade bei Hunden wirkt sich dies negativ aus, da sie sehr viel MagensĂ€ure besitzen und hĂ€ufig mit Sodbrennen reagieren. Ein verbreiteter Mythos beim Trockenfutter: „Die ZĂ€hne werden dadurch gereinigt“. Leider nein, denn dazu sind die Brocken zu klein, werden selten richtig zerkaut sonder eher verschlungen und das enthaltene Getreide (Zucker pur) greift zusĂ€tzlich die ZĂ€hne an. Lieber zu gesunden Kauknochen etc. greifen (auch bei Leckerli & Co. darauf achten was enthalten ist! 100% Natur sollte es sein! Z.B. Dokas)

Fertigfutter ist eine Modeerscheinung der Industrie. Mit natĂŒrlicher oder gesunder ErnĂ€hrung hat es nur noch selten was zu tun – da muss man schon zu folgenden Marken greifen: Granatapet, Pfotenliebe, Terra Canis, Wolfsblut usw.. Schaut immer ganz genau auf s Etikett und vergleicht. Getreide an erster Stelle? Gefolgt von der Aussage „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse mind. 4%“, mehr als die HĂ€lfte der Inhaltsstoffe nicht deklariert? Finger weg zum Wohle eurer Tiere. Fleisch gehört an erster Stelle mit mindestens 50% – 60%, gefolgt von GemĂŒse (Karotten, Zucchini, Brokkoli usw.), Getreide sollte gar nicht enthalten sein oder aus Reis und ggf. Amaranth oder Haferflocken bestehen. Kartoffeln werden oft nicht vertragen (zu viel StĂ€rke), Nudeln haben dort nichts verloren. Mais sollte nur sehr wenig bis gar nicht enthalten sein – frisch ist es okay, oft ist der angegebene Mais aber lediglich Maiskleber.. Zudem ist Mais ein billiger FĂŒllstoff der die Industrie noch ein wenig reicher und unsere Tiere ein wenig kranker macht. Ebenso wie Soja oft der Auslöser fĂŒr Allergien! Auch zu viele Innereien fĂŒhren zu Verdauungsproblemen. Diese sollten nicht tĂ€glich bzw. nur in kleineren Mengen verfĂŒttert werden.

„Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ – heißt im Klartext dass nur die ĂŒberhaupt angegebene Menge vom Fleisch nachvollziehbar ist (4% z.B. Rind), der Rest besteht aus Nebenerzeugnissen wie Urin, Blut, Fell, SchnĂ€beln, Hufen und allem anderen was sonst noch im MĂŒlleimer gelandet wĂ€re. Lecker oder?

Frisches Fleisch, Frostfutter oder Fleischdose? Je nach Geldbeutel und Tier. Viele Onlineshops wie Haustierkost, Karnivor und Futterfleisch24 haben eine sehr große Auswahl. Wir haben alles ausprobiert und fĂŒr gut befunden. Bei Fleischdosen bitte auch darauf achten dass 100% des Inhaltes deklariert ist, möglichst ohne irgendwelche ZusĂ€tze.

Warum empfiehlt mir mein Tierarzt dann normales Fertigfutter? Die traurige Wahrheit: die Einen wissen es nicht besser, die Anderen sind skrupellos. Womit verdient ein Tierarzt sein Geld? Eben. Oft haben sie auch VertrĂ€ge mit großen Futtermittelherstellern


Wie fange ich am besten damit an?

Im Grunde genommen kann sofort umgestellt werden. Da der Magen der Tiere ĂŒber die Jahre aber oft schon SchĂ€den genommen hat, sollte unbedingt eine Darmsanierung erfolgen.

Diese dauert drei Tage bei Hunden, bei Katzen habe ich leider keine Erfahrung damit – im Internet findet man aber genug VorschlĂ€ge.

DafĂŒr braucht ihr: laktosefreien Joghurt (alle erwachsenen Hunde sind laktoseintolerant), Heilerde, Laktobazillen (wir nehmen Bigaia) und Haferflocken. Ein Hund von 30 kg kann ĂŒber den Tag verteilt locker 1 kg Joghurt futtern, bei kleinen Hunden bis 10 kg liegt die Menge bei bis zu 500 g. Wenn der Hund mehr davon fressen mag, darf er das gerne. Die Haferflocken sind wichtig, damit die Hunde nicht ĂŒbersĂ€uern, die Laktobazillen bauen die Darmflora wieder auf, die Heilerde reinigt und fördert ebenfalls die Darmflora. WĂ€hrend dieser Zeit darf der Hund nichts anderes fressen! Andernfalls können sich die Bakterien nicht ausreichend ansammeln. Nach den drei Tagen gibt es ein bis zwei Tage Schonkost auf zwei Mahlzeiten aufgeteilt, Huhn mit gekochten Möhren z.B. Danach kann normal gefĂŒttert werden. Die Resultate bei unserem Hund waren erstaunlich, nach monatelangem Durchfall und Erbrechen war ab dem ersten Tag der Darmsanierung Schluss damit. Er hat mit Appetit gefressen, zugenommen und glĂ€nzendes, schuppenfreies Fell bekommen. Seine ZĂ€hne strahlen und er ist rund um gesund.

Es ist ratsam alle 2-3 Tage die Fleischsorte zu wechseln. Achtet bitte darauf möglichst keine Knochen zu verfĂŒttern (steht oft bei dem Frostfutter nicht mit bei ob s drin ist!), viele Hunde reagieren mit Verdauungsbeschwerden darauf. Das Knochenmehl von Grau ist hier empfehlenswert. Beim GemĂŒse gibt es sehr viel Auswahl, Kohlsorten bitte nur gekocht und in kleinen Mengen verfĂŒttern. Obst ebenso nur in kleinen Mengen ins Futter geben. Bei Paprika darf alles außer der GrĂŒnen verfĂŒttert werden, bei Steinobst unbedingt die Kerne entfernen. Unser Hund frisst alles von Äpfeln ĂŒber Erdbeeren, Ananas, Möhren, Bananen, Papaya, Kirschen
 bitte keine Tomaten, Weintrauben oder Zwiebeln fĂŒttern, Knoblauch nur in kleinsten Mengen.

BARFen ist nicht teurer als Fertigfutter! Aber es spart eine Menge Tierarztkosten. Der Hund vertrÀgt keinen Fisch oder bestimmte Fleischsorten? Oft ist das alles Vergangenheit, nach der Darmsanierung.

Auch Öle und KrĂ€uter sind ein wichtiges Thema. Auf KEINEN Fall Sonnenblumen- oder Distelöl fĂŒttern! Auch bei Fertigfutter und Leckerli darauf achten. Diese können krebsfördernd sein, belasten die Nieren und den Stoffwechsel unnötig. Sehr gut dagegen sind Lachsöl (besonders bei schuppiger, trockener Haut), Kokosöl (von innen und außen auch sehr gute Insekten- und Parasitenabwehr!), Lein- und Nachtkerzenöl. Die Öle immer nur kalt dazu geben, nie erhitzen. Bei den KrĂ€utern gilt: Weniger ist mehr! 30 KrĂ€uter und mehr auf einmal? Das muss nicht sein. Jeden Tag (nach Gewicht 1 TL – 2 EL) z.B. Petersilie, Schnittlauch oder eine 8-KrĂ€utermischung (ohne Knoblauch) aus dem Gefrierfach reichen vollkommen aus.

Wer nicht die Zeit hat jeden Tag frisch zu kochen, aber dennoch Wert auf gute ErnĂ€hrung legt, der kann zum einen KomplettmenĂŒs fĂŒr s Gefrierfach bestellen oder zum Fleisch bzw. den Fleischdosen Belcando Mix It Grainfree fĂŒttern. Da wir viel unterwegs sind ist Belcando eine super Alternative. Allerdings bekommt unser Hund auch hier noch jeden Tag einen Löffel KrĂ€uter dazu.

Dies ist nur ein ganz grober Überblick ĂŒber dieses komplexe Thema, bei Fragen bitte einfach melden 🙂

Weitere Artikel dazu hier:

http://wolke205.wordpress.com/2013/05/17/so-ein-fras-kommt-in-den-napf/

http://wolke205.wordpress.com/2013/05/09/die-richtigen-ole-fur-katzen-und-hunde/

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