Gedanken zum Thema Flüchtlinge

Flüchtlinge. Ein heiß diskutiertes Thema. Ich habe lange überlegt, ob ich mich dazu äußere und finde es ist zu wichtig, als dass ich mich hier außen vor halten kann.

Zu allererst; Ja, auch vielen Deutschen geht es schlecht. Hartz IV & Co. sind gewiss kein Zuckerschlecken. Ich möchte auch keine Vergleiche dazu anstreben oder hören, denn es ist nicht zu vergleichen. ABER leben wir nicht geradezu im Luxus und beschweren uns trotzdem wie schlecht es uns doch geht? Sollten wir uns stattdessen nicht lieber glücklich schätzen, dass wir hier keinen Krieg haben? Ein Dach über dem Kopf, einen  Schrank voller Klamotten, Essen und Trinken? Dass wir es uns leisten können diesen und jenen Euro für Starbucks & Co. zu verkleckern? Oder für anderen Schnick-Schnack, der nicht lebensnotwendig ist?

Ich komme aus einer schönen Kleinstadt an der Elbe, ein Asylbewerberheim nur ein paar Kilometer entfernt. Zum Glück konnte ich in all den Jahren keine negativen Erlebnisse mit Asylbewerbern verbuchen. Natürlich gibt es diese und das sollte auch nicht unter den Tisch gekehrt werden. Meine klare Meinung dazu: Wer hier kriminell auffällig wird, wird postwendend zurück in sein Land geschickt. Ohne Ausnahme. Die Mehrheit der Flüchtlinge, egal aus welchem Grund sie fliehen mussten, sind jedoch sehr daran interessiert sich zu integrieren und zeigen sich dankbar für jede noch so kleine Unterstützung.

Bevor hier nun gleich die Diskussion richtig losgehen wird, möchte ich Euch bitten die nachfolgende, wahre Geschichte eines Flüchtlings zu lesen und wirken zu lassen.

Ein Schlauchboot mit 178 Personen an Board. Darunter ein somalischer Nationalspieler. Er flieht wie so viele auch vor dem Krieg und hofft in Italien sicher an Land gehen zu können. Ein fataler Irrtum. Das Boot verliert Luft, havariert. Die Menschen klammern sich an die Reeling. Unter ihnen eine hochschwangere Frau. Sie ruft verzweifelt um Hilfe. Nach einer Woche auf See schafft es jedoch keiner mehr die Kraft dazu aufzubringen. Sie stirbt vor seinen Augen. So wie 172 andere. Nur 5 Menschen haben diese Flucht überlebt.

Mir stehen die Tränen in den Augen, wenn ich versuche mir diese schreckliche Situation vorzustellen. Wie verzweifelt müssen Menschen sein ihre Heimat zu verlassen, ohne Hab und Gut, um auf diesem Wege in ein Land zu gelangen, wo sie auf Hilfe hoffen? So viele überleben ihre Flucht nicht… Wenn sie es doch geschafft haben, sehen sie sich einer ungewissen Zukunft entgegen. Sie sprechen die Sprache nicht, wissen nicht was als nächstes kommt und werden zu allem Überfluss behandelt wie Dreck. Das Wort „Asylschmarotzer“ musste ich oft lesen. Ja, auch diese wird es geben. Aber sie sind die Ausnahme. Mal ehrlich, wer nimmt diese Gefahren auf sich, lässt alles zurück, für ein paar Euro am Tag? Dafür, mit hunderten anderer Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht zu sein?

Wir haben „unser“ Europa auf Kosten der dritten Welt aufgebaut. Ist es dann nicht an uns, ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben? Diese katastrophalen Zustände zu ändern? Ich denke ja.

Es gibt glücklicherweise viele positive Beispiele. Sogar ich als Nicht-Fußball-Fan finde einen Verein besonders klasse: Welcome United 03 aus Potsdam-Babelsberg. Zu denen auch der somalische Nationalspieler gehört. Der erste Fußballverein nur aus Flüchtlingen. Endlich bekommt der Satz: „Fußball verbindet“ wieder einen wirklichen Wert und ist nicht nur ein tumber Werbeslogan. Auch aus meinem Freundeskreis helfen einige bereits Flüchtlingen aus vielerlei Ländern. Sie unterstützen sie mit Spielzeug für die Kinder, Kleidung, Geschirr – es mangelt oft an den einfachsten Dingen. Sie tauschen sich aus, helfen bei der Sprache. Viele Flüchtlinge sind studierte Leute, die sich hier gerne eine neue Existenz aufbauen würden – wenn sie denn endlich dürfen. So schnell es geht möchten sie die Sprache lernen, sich integrieren und arbeiten. Warum also diesen Menschen das Recht verwehren hier Asyl zu suchen? Würden wir an ihrer Stelle nicht auf das gleiche hoffen?

Zum Thema Asylbewerber und Handys. Ja, viele besitzen ein Smartphone, oft aus der Zeit vor der Flucht. Sie dokumentieren dort alles, was man zu sehen bekommt ist oft erschreckend. UND es ist der einzige Weg mit Familie & Freunden in der Heimat Kontakt zu halten. Warum sollten wir ihnen dieses dann nicht gönnen?? Auch wir benutzen doch jeden kostenfreien Zugang zum Internet den wir kriegen können!

Dank Pegida & Co. muss ich mir jeden Tag neuen Mist gegen Flüchtlinge anhören und durchlesen. Oft auch von Freunden denen ich mehr Grips zugetraut hätte. „Ich bin nicht rassistisch.. ABER…“ Dann könnte ich jedes Mal fast schreien: Bitte halt den Mund, nach „Ich bin nicht rassistisch“ kann nichts Gutes mehr kommen…

Ich verstehe schon, dass viele Bürger sich ungerecht behandelt fühlen. Aber das Eine hat nichts mit dem Anderen zu tun. Wer gezwungen ist zu fliehen, sollte Asyl und Hilfe bekommen. Punkt.

Vorschläge von Politikern a la „Wir kürzen Bürgern aus bestimmten Ländern einfach das Geld und lassen sie in der Erstunterbringung, damit es unattraktiver für sie wird herzukommen!“ sind ein Armutszeugnis und zeigt, dass das rassistische Europa unter sich bleiben will.

Die Politik muss sich endlich vernünftig mit dem Thema auseinandersetzen. Damit kein Mensch mehr sein Leben verliert…

4 thoughts on “Gedanken zum Thema Flüchtlinge

  1. Ich weiß nicht, wenn ich völlig beipflichte mit alles du sagtest.

    Ich bin mich unglücklich, mit wie die Politiker in mein land mit die Sachfrage von illegale Immigration behandeln. Es ist nicht ein genauen Vergleich.

    Was ich weiß ist das. Es ist schwer, manchmal Mitleid zu haben, wann die Flüchtlinge scheinen, die Mitleid nutzen aus. Das gesagt, ich weiß auch, diese sind nicht alle die Flüchtlinge.

    Ich habe nicht immer Mitleid für Leute. Aber ich bin dankbar für die mitfühlende Leute im Welt. Leute wie du.

    Die Ökonomik sind nicht, das nur Wort. Und sogar ich denke, dass Ökonomik sollte nicht die nur Überlegung auf dies Thema sein.

  2. Ja, genau! Hoffentlich erreichen wir mit unseren Texten einige Menschen, die noch offen sind für Mitgefühl und Mitmenschlichkeit und sich vielleicht nur aufgrund fehlendem Hintergrundwissens von Pegidaparolen u. ä. angesprochen fühlen.

  3. Vieles echt zutreffend, waren ja auch Flüchtlinge am Ende des 2. Weltkrieges, aber viele Ausnahmen bringen so manche Fehlorientierung, die auch benutzt werden kann, die Politik macht viele Fehler und Menschen, die bei uns Not leiden, fühlen sich betrogen, weil auch sehr viele Wirtschaftsflüchtlinge ins so geliebte tolle Land wollen, es trifft dann auch Menschen, die vor Gefahr und Unterdrückung fliehen. Es ist ein unglaublich schwieriges Thema, am Schönsten wäre es, Not und Elend in den betroffenen Gebieten zu lindern, aber es ist unglaublich schwer.
    Sind nur ein paar Worte von mir, ich weiß, sie sind auch wieder angreifbar, darum werde ich es dabei belassen.

  4. Dann sollten aber auch unsere Politiker darüber nachdenken, was kann man in dem betroffenen Land ändern bzw. wie kann dort geholfen werden, damit nicht so viele Menschen flüchten müssen.

    In Berlin-Buch benehmen sich die Asylanten wie “Schweine” und schmeißen nach Passanten mit Steinen. Im Mai wurde ein kleines Mädchen im Alter von 3 Jahren dadurch verletzt, weil diese aus dem Asylantenheim geworfen wurden. Meine Zieh-Tochter wurde von solchen überfallen und die Polizei durfte nix machen. Langjährige Anwohner in Buch sind schon weggezogen von dort. Ich habe ganz bestimmt nichts gegen Ausländer solange sie sich benehmen und integrieren, aber solche Leute sollten nicht länger bleiben dürfen.

    Ich bin selber auf Suche nach einer Umschulung oder Weiterbildung, aber leider steht immer dort “mit Migrationshintergrund” … so viel dazu!! Und wenn man sich als H4-Empfänger nicht kümmert wird einem gleich mit Kürzung gedroht.

    Also … liebe Politiker … denkt mal drüber nach !!! wo hier der Fehler liegt.

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